Gut informiert? Alle wichtigen Fakten zum Thema Kurzarbeit!

iStock-1219784248 Ralf Geithe, iStockphoto ( © Ralf Geithe, iStockphoto)

Krisenzeiten lassen sich nicht immer vermeiden. Schnell hat der Corona Virus das öffentliche Leben lahmgelegt. Fehlende Aufträge oder gar eine Schließung machen vielen Unternehmen schwer zu schaffen. Einige Optionen können Unternehmen für sich in Anspruch nehmen. Eine Möglichkeit, ist die Einführung der Kurzarbeit um Kündigungen der Mitarbeiter zu verhindern aber die Personalkosten gleichzeitig zu reduzieren. Beschäftigte arbeiten für einen bestimmten Zeitraum weniger oder gar nicht. Durch das sogenannte Kurzarbeitergeld wird der Verdienstausfall teilweise ausgeglichen. 

In der aktuellen Lage ist der Zugang zum Kurzarbeitergeld vorübergehend erleichtert was bedeutet das?

Allgemein besteht Anspruch auf Kurzarbeitergeld wenn mindestens 10% der Beschäftigten einen Arbeitsengeltausfall von mehr als 10% haben.Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100% erstattet. LeiharbeitnehmerInnen haben ebenfalls Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Minusstunden zur Vermeidung von Kurzarbeitergeld müssen nicht eingebracht werden. Diese Regelung gilt bis zum 31.12.2020.

Welche Voraussetzungen müssen für die Beantragung von Kurzarbeit gegeben sein?

Wirtschaftliche Gründe: Arbeitsausfall aufgrund von fehlenden Folgeaufträgen oder der Beginn eines Auftrages verschiebt sich oder aber es können keine Zulieferungen stattfinden.

Unabwendbares Ereignis: von einem unabwendbaren Ereignis spricht man, wenn man keinen Einfluss auf dieses hat wie bspw. ein Brand oder Unwetterschäden aber auch bei behördlichen Anordnungen.

Unvermeidbar: der Arbeitgeber muss zunächst versuchen den Arbeitnehmer anderweitig zu beschäftigen. 

Vorübergehend: es muss absehbar sein, dass nach der Krise wieder zur Vollarbeit übergegangen wird.

Mindestanfordernisse: 10% der Beschäftigten müssen einen Bruttolohnausfall von mehr als 10% haben. 

Betriebliche Voraussetzungen: Kurzarbeitergeld ist nur möglich, wenn in dem betroffenen Betrieb mindestens eine Person sozialversicherungspflichtig ist.Es kann auch nur für eine Abteilung Kurzarbeit angemeldet werden. 

Persönliche Voraussetzungen: der Arbeitnehmer muss sozialversicherungspflichtig sein und darf nicht gekündigt oder durch einen Aufhebungsvertrag beendet worden sein. E ist aber zu beachten, dass erkrankte Mitarbeiter davon nicht betroffen sind.

Anzeige der Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit: hat sich das Unternehmen für die Einführung der Kurzarbeit entschieden muss dies umgehend schriftlich gemeldet werden. Vordrucke finden Sie auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit. Aber ein Antrag kann auch Online eingereicht werden. Wichtig ist, dass die Frist eingehalten werden, das bedeutet, dass spätestens am letzten Tag des Monats in dem die Kurzarbeit eingetreten ist der Antrag bei der Arbeitsagentur eingegangen sein muss. Wer die Frist versäumt egal aus welchen Gründen hat dies selber zu verantworten.

Wie läuft das Verfahren um Kurzarbeit anzumelden?

Schritt 1: In jedem Fall müssen die Arbeitnehmer/Innen über die Einführung der Kurzarbeit informiert werden. Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat muss das Vorhaben besprochen und genehmigt werden. Gibt es keinen Betriebsrat müssen die von Mitarbeiter/Innen die von der Kurzarbeit betroffen sind eine Einverständniserklärung unterschreiben. 

Schritt 2: Im zweiten Schritt muss der Antrag auf Kurzarbeit bei der jeweiligen Arbeitsagentur gemeldet werden. Hier wird die Arbeitsagentur am Betriebssitz ausgewählt. Hinweis: hier bitte auf die Fristen achten!

Schritt 3: Die Arbeitsagentur prüft die Gründe der Antragstellung und entscheidet ob der das Kurzarbeitergeld genehmigt wird.

Schritt 4: Wurde der Antrag bewilligt, kann die Auszahlung berechnet werden. Hier ist es sinnvoll einen Steuerberater zu involvieren.

Schritt 5: Der Arbeitgeber zahlt dann das Arbeitsentgelt an die Beschäftigten für bereits geleistete Stunden sowie zusätzlich das Kurzarbeitergeld für die ausgefallenen Stunden.

Schritt 6: Bei der zuständigen Arbeitsagentur beantragt man monatlich nachträglich eine Erstattung des Kurzarbeitergeldes. Hinweis: auch hier muss die Frist eingehalten werden. Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des jeweiligen Abrechnungsmonats eingegangen sein. 

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Allgemein wird das Kurzarbeitergeld nur für ausgefallenen Stunden gezahlt.

Arbeitnehmer ohne Kind → 60% des pauschalierten Nettoarbeitsentgelts.

Arbeitnehmer mit Kind → 67% des pauschalierten Nettoarbeitsentgelts.

Für die Kurzarbeit hat der Betrieb keine Kosten und wird entlastet. Die Sozialversicherungsbeiträge unter Abzug der Arbeitslosenversicherung werden zu 100% erstattet. 

Wie lange wird die Kurzarbeit gefördert?

Der Zeitraum der Kurzarbeit ist gesetzlich auf 12 Monate begrenzt. Sollte das Unternehmen allerdings in der Zwischenzeit wieder Aufträge erhalten, muss die Kurzarbeit unterbrochen werden. Die Monate in der die Kurzarbeit ausgesetzt war, führen aber zu einer Verlängerung des Anspruchs und werden an die ursprünglich genehmigte Dauer angehängt. Eine neue Anzeige muss allerdings gestellt werden, wenn die Kurzarbeit für drei aufeinander folgende Monate unterbrochen ist.

Wo finde ich hilfreiches Infomaterial?

Allgemeines Infomaterial findet sich unter anderem auf der Internetseite der Agentur für Arbeit: 

Voraussetzungen für die Beantragung von Kurzarbeit:

Verfahren für die Beantragung von Kurzarbeit

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